Adam Zielinski
Erweiterter Lebenslauf
Adam Zielinski wurde am 22. Juni 1929 in galizischen Drohobycz südlich von Lemberg geboren. Sein Vater Jan Karol war Rechtsanwalt in Stryj, unweit von Drohobycz, und bemüht, ihm die bestmögliche Ausbildung zu verschaffen. Als Adam Zielinski zwölf Jahre alt war, musste er zusehen wie Nazischergen am 1. September 1941 seinen Vater verhafteten. Jan Karol Zielinski wurde einige Tage später zusammen mit mehreren hundert Intellektuellen in Holobutów nahe bei Stryj erschossen. Kurz danach verlor Adam Zielinski auch seine Mutter, so dass er seit seinem dreizehnten Lebensjahr ausschließlich auf sich selbst angewiesen war.
In Lemberg, wohin es ihn nach dem
Tod der Eltern verschlagen hatte, brachte er sich mit Gelegenheitsarbeiten bei
der Kanalräumung, Müllabfuhr und an Baustellen durch. Als die Russen Ende Juli
1944 die Stadt zurückeroberten, konnte er wieder die Schule besuchen, musste
sich aber seinen Lebensunterhalt als Hilfsarbeiter in einer Sodawasserfabrik
verdienen. Im September 1945 kam er als Pole im Zuge der sogenannten
Repatriierung nach Krakau, wo er wiederum vormittags das Gymnasium besuchte und
nachmittags für seinen Unterhalt Gelegenheitsarbeiten nachkam. Im Juni 1947
maturierte er an einem der führenden Gymnasien der Stadt, dem
Witkowski-Lyzeum, und studierte ab dem
Wintersemester 1947/48 an der Jagiellonischen Universität in Krakau
Sozialwissenschaften und Journalistik. 1954 schloss er seine Studien in Krakau
mit einem Diplom ab und setzte an der Universität Warschau mit dem Studium der
Publizistik fort, das er 1956 mit einer Magisterarbeit über „Indien und
Jawaharlal Nehru als Betreiber der Koexistenz“ beendete.
Bereits 1952 begann er, als
Journalist beim Polnischen Rundfunk in Krakau zu arbeiten. Als im Herbst 1956
Wieslaw Gomólka wieder die Macht in Polen übernahm, nutzte Adam Zielinski die
unübersichtliche politische Situation im kommunistischen Polen und stellte
einen Antrag auf Ausreise nach Österreich. Aufgrund eines positiven Bescheids
zu diesem Antrag konnte er im August 1957 nach Österreich emigrieren und reiste
nach Wien aus, wo er sich in der Wiener “EXI AG” vom Arbeiter über die Stelle
eines Finanzreferenten bis zum Vorstandsmitglied emporgearbeitet hat. Die vom
Wert seiner Arbeit für die Export-Wirtschaft überzeugten österreichischen
Behörden befanden 1959, dass es im Interesse des Staates ist, Adam Zielinski
die österreichische Staatsbürgerschaft zu verleihen.
Der nunmehrige Österreicher
suchte nach der Nostrifizierung seines Magisteriums durch die Universität Wien
die Selbständigkeit und gründete im Juni 1961 das Unternehmen “COMPENSA”, welches sich sehr schnell zu einer
führenden Export-Import-Firma in Österreich entwickelte. Mit China, Hongkong,
Taiwan, Korea, Japan und etlichen anderen ostasiatischen Ländern konnte Adam
Zielinski bald bemerkenswerte Handelsumsätze erreichen. Für seine besonderen
Verdienste um die Beziehungen zwischen Peking und Wien wurde er von der
Republik Österreich mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die
Republik und von der Stadt Wien mit dem Silbernen Ehrenzeichen ausgezeichnet.
Außerdem wurde ihm der Titel eines Kommerzialrates verliehen. Das damalige
Jugoslawien zeichnete ihn für seine Verdienste um die jugoslawisch-chinesischen
Handelsbeziehungen mit dem Orden “Jugoslawische Fahne auf breitem Band mit drei
goldenen Sternen” aus.
Getreu dem Auftrag seines Vaters,
niemals aufzuhören zu lernen, begann Adam Zielinski neben seiner
Geschäftstätigkeit ein Doktoratsstudium für Politologie in USA, das er 1982 mit
der Verteidigung seiner Dissertation zum Thema “An analysis of China’s
developement until today and its prospects to reach the year 2.000 in wealth
under the conditions of the western democracies” abschloss.
Als Geschäftsmann besuchte Adam
Zielinski insgesamt 136 mal China, 25 mal Japan und etwa 300 mal Hongkong. In
Anbetracht der dort, von ihm geleisteten, Beiträge für den Ausbau der
wirtschaftliche Beziehungen zwischen dem Fernen Osten und Europa, wurde er als
Ehrengast zur Übergabe Hongkongs an China am 1. Juli 1998 eingeladen und nahm
an allen damit verbundenen Feierlichkeiten teil.
Die Tatsache, dass Adam Zielinski
sehr früh begann, Ideen, Impressionen, Gedanken und Erlebnisse schriftlich
festzuhalten, bedeutete eine ideale Vorbereitung auf seine zweite Karriere als
Schriftsteller, die er seit der Schließung seiner Firma “COMPENSA” im Jahr 1989
betreibt. Obwohl er sehr spät, nämlich erst im Alter von 60 Jahren unter die Literaten ging, hatte er
sehr bald ein umfangreiches Oeuvre vorzuweisen. Er wurde Mitglied sowohl des
polnischen als auch des österreichischen PEN-Clubs und seit Frühling 2002 ist
Senator des österreichischen PEN-Clubs, seit 1998 Mitglied des Österreichischen
Schriftsteller-Verbandes, seit 2003 der
Österreichischen Gesellschaft der Literatur.
Im September 1997 wurde er von der Republik Polen für seine
schriftstellerischen Verdienste mit dem “Kommandeurskreuz des Ordens der
Wiedergeburt Polens” und vom polnischen Minister für Kultur mit dem Orden
“Besonders verdient um die polnischen Künste” ausgezeichnet. Lange davor
verlieh ihm der österreichische Bundespräsident den Titel eines Professors.
2003 bekam er von diesem auch das Verdienstkreuz für Wissenschaft und Kunst
verliehen. 2005 wurde er mit Kommandeurskreuz mit Stern des Ordens der
Wiedergeburt Polens ausgezeichnet.
Besonders in Polen richteten
führende Kritiker wie Jan Pieszczachowicz, Sylwester Marynowicz, Bolesław
Faron, Leszek Żulinski, Edmund Rosner, Jan Michalski, Wit Jaworski und
Anna Skoczek ihre Aufmerksamkeit auf das Phänomen des sowohl polnisch als auch
deutsch schreibenden Adam Zielinski. Die Wiener Außenstelle der Polnischen
Akademie der Wissenschaften widmete seinem Werk bereits drei Symposion und gab
dazu auch zwei umfangreiche Dokumentationen heraus. Auf österreichischer Seite
wurde das literarische Schaffen Adam Zielinskis bisher am ausführlichsten mit
der von Rembert J. Schleicher herausgegebenen Festschrift “Der letzte
Galizianer. Adam Zielinski auf der Spur” mit Beiträgen von Jakob Allerhand, Jan
Barcz, Erhard Busek, Emil Brix, Alexander Giese, Johann Marte, Peter Radel,
Heribert und Reingard Steinbauer und vielen anderen gewürdigt, für welche Franz
Kardinal König das Vorwort schrieb.
Adam Zielinski wurde bisher mit sieben, stets ersten, Literaturpreisen ausgezeichnet, darunter des Preises der Stadt Krakau sowie des Sonderpreises der Nationalstiftung für die Polnische Literatur, verbunden mit dem Titel „Der Botschafter der polnischen Literatur im Ausland“. Am 1. Oktober 1999 wurde ihm unter Berufung auf seine literarischen und sozialen Verdienste die Medaille MERENTIBUS, die höchste Auszeichnung der Jagiellonischen Universität in Krakau, verliehen.
Adam Zielinski ist seit dem 14. Juli 1951 mir Dr. Sophie
Zielinski, einer Slawistin und langjährigen wissenschaftlichen Mitarbeiterin
der Wiener Universität, verheiratet. Sein Sohn Univ.-Prof. Dr. Christoph
Zielinski ist Professor der Medizin am Wiener AKH, wo er auch Chef der
Onkologischen Klinik ist. Adam Zielinski ist dreifacher Großvater.